Verwertungsküche

 

Seit geraumer Zeit schon, hört man den Ausdruck „Verwertungsküche“. Würde man jetzt bezüglich deren Bedeutung eine Straßenumfrage durchführen, wären wohl die zwei zu erwarteten Hauptantworten darauf: „Rezepte zur besseren Verwertung von Nahrungsmitteln“ und „Großmutters Küche“. Wenn auch die erste Antwort etwas doppelt gemoppelt klingen mag, ist damit genau dies gemeint.

 

In einem Land wie Spanien, klingt das Wort „Knappheit“, welche aufgrund von Kriegen oder geringer Produktion entstand, heutzutage zunehmend fern und fremd. Und doch gibt die Verwertungsküche immer noch zu reden …

 

Was genau ist die „Verwertungsküche“?

 

Die Verwertungsküche ist ein kulinarischer Trend, dessen Ziel es ist, aus jeder einzelnen Zutat und jedem Gericht das Maximum herauszuholen. In ehemals von Nahrungsmittelknappheit geplagten Zeiten und der Notwendigkeit, sich mit dem zur Verfügung Stehenden zu ernähren, wurde mit derselben Idee das Essen zubereitet. Nichts wurde weggeworfen! Und man kreierte daraus wunderbare Rezepte wie etwa Hähnchenkroketten, Empanadas oder Arme Ritter.

 

Die traurige Wirklichkeit ist, dass einst verwertet wurde, was verfügbar war, und in der heutigen Zeit weltweit ca. 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet werden. Es scheint unbedeutend zu sein, stellen Sie sich aber vor, die Menge an Kroketten und Marmeladengläser, die man füllen könnte.

 

Apropos Marmeladen, wenn auch ein großer Anteil dieser Mengen bei der Produktion anfallen, findet viel Verschwendung zu Hause statt. Das sind dann eben diese Früchte, die wir nach dem Einkaufen in der Obstschale vergessen bis sie schrumpelig sind.

 

Genau hier kommt die Verwertungsküche erneut zum Zuge. So können wir die bereits geschnittenen Zutaten retten, indem wir eine Brühe herstellen oder die typische Frischhaltebox ‚wiederbeleben‘, deren Inhalt nie abzunehmen scheint, und die da ganz verlassen im Kühlschrank zurückgeblieben ist.

 

Wie Verwertungsküche bei Rezepten zum Einsatz kommt

 

Für die Experimentierfreudigen unter Ihnen findet ihr hier nachstehend eine praktische Zusammenstellung von Tipps, um nach der Philosophie der Verwertungsküche auf sparsame Weise Gerichte zu kreieren.

 

 

  • Das harte Brot vom Vortag: Suppen, Fleischklöße oder Arme Ritter

 

Ein Klassiker, das wie Zement hart gewordene Brot, mit dem man nicht weiß was anfangen. Es gibt viele leckere Rezepte, um diese Brotreste zu verwerten, angefangen bei der traditionellen Knoblauch-Brot-Suppe bis hin zu den Armen Rittern. Beim Großteil dieser Zubereitungen taucht man einfach das Brot in Wasser oder Milch ein, was wegen des Wassergehaltsverlust hart geworden ist. Schnell! Der Arme (Ritter) ist ja schon ganz ausgetrocknet.

 

  • Obst und Gemüse: Marmelade oder einfrieren?

 

Der erste Gedanke beim Konservieren von größeren Mengen an Obst und Gemüse schweift in der Regel zu Marmeladen und/oder Konfitüren. Tatsächlich aber gibt es eine Welt jenseits von Marmeladen, wobei auch hier das Einfrieren das A und O ist.

 

Wenn Sie viel frisches Saisonobst einkaufen, kann beispielsweise ein Teil davon eingefroren und für hausgemachtes Eis, Smoothies oder halbgefrorene Shakes verwendet werden. Bereits gewaschenes und geschnittenes Gemüse können wir als schnellen Joker unter der Woche, wenn die Zeit knapp ist, einfrieren.

 

  • Das Reinigen von Fisch und Fleisch: Schritt für Schritt

 

Das Verwerten von Fisch- oder Fleischteilen, die nicht als Filetstücke taugen, geht zunehmend verloren. Die Teile, die wir oft wegwerfen, können dazu verwendet werden, um anderen Gerichten eine besondere Note zu verleihen.

 

Die Fischgräte und der Kopf eignen sich ungeheuerlich gut für eine köstliche Fischbrühe zur Zubereitung eines Reisgerichtes oder einer Fideuá (valencianisches Nudelgericht). Gleicherweise können wir mit Fleischknochen, und manchmal auch mit der Hähnchenhaut, eine Brühe herstellen, und diese dann als Basis für andere Gerichte weiterverwerten. Oder Reste verwenden und leckere Kroketten herstellen.

 

 

Wenn Sie zu viel gekocht haben: Teilen Sie das Übriggebliebene doch einfach mit anderen! Angenommen wir konnten beim Einkauf der Versuchung nicht widerstehen, die richtige Menge Nahrungsmittel zu kaufen, und haben erst noch einen Kochanfall bekommen, mit dem Resultat für ein ganzes Regiment gekocht zu haben. Warum also nicht die Gelegenheit nutzen und ein paar Freunde oder Familienmitglieder nach Hause einladen, um einen gemütlichen Abend zu genießen? Entweder das oder dann halt alles aus der Frischhaltebox nehmen, mit Linsen kann jedenfalls nichts schief gehen.